Godspeed

Briefe an die Kinder


Godspeed

Über dieses wunderbare Wort stolperte ich immer mal wieder in englischsprachigen Büchern. Es klingt modern und antik zugleich.

Seine Bedeutung referenziert Gott aber eben nicht nur, denn es heißt
„may God cause you to succeed or prosper“, abgeleitet vom alten englischen Wort „spedan“. Darin steckt auch das lateinische „spes“, also die Hoffnung.

Der altertümliche Teil dieses Wunsches richtet sich an den Aufbrechenden, den Reisenden gleichermaßen wie an dessen Gott, der ihn bei seinem Unterfangen wohlwollend begleiten wolle. Dahinter steckt im Grunde der gleiche Gedanke wie bei einem Bittgebet, die Bitte an Gott um Schutz und Stärkung.

In den vielen zurückliegenden Jahrhunderten, in denen eine Reise mit Gefahr häufig gleichzusetzen war, eine sehr naheliegende Idee. In unserer heutigen Zeit des sowohl schnellen als auch sicheren Reisens erscheint es weniger zwingend. Was macht den Begriff also so modern?

Ein Reise zu unternehmen – und sei sie noch so gefährlich – bedarf einer unbeirrbar positiven Zukunftsideee. Niemand reist, der nicht in der Zukunft einen Wert erwartet. Wenn man dem Reisenden „Godspeed“ als Wunsch mit auf den Weg gibt, soll dies nach meinem Verständnis nicht zum Ausdruck bringen, der Reisende sei ohne Gottes Hilfe dem Untergang geweiht oder die Reise so gefährlich, dass jeder halbsweg kluge Mensch sie unterließe. Im Gegenteil: Diese Wunsch bringt Zuversicht zum Ausdruck, dass das Vorhaben gelingen wird, dass die Kraft des Reisenden zum Aufbruch mit der Unterstützung großer Mächte ausreichen wird, eine gute Zukunft zu finden.

Dieser Blog ist mit Godspeed überschrieben, weil die Texte darin den Reisenden ein Stück des Weges begleiten wollen. Nicht weil er sie für das Gelingen bräuchte, sondern um die Freude an der Zukunft auch mit Blick auf die Erfahrungen der Vergangenheit zu teilen.




Über MICH

Mein Name ist Philipp, ich bin 1976 geboren und lebe als Unternehmer und Vater dreier Kinder in Ratingen. Als Volkswirt und Wirtschaftsingenieur gehörten eher Zahlen als Texte zu meiner Ausbildung und heute als Geschäftsführer auch zu meinem Arbeitsalltag. Die Liebe zum geschriebenen Wort lässt mich seit Jahrzehnten ein Buch nach dem anderen lesen. Den Wunsch, den ein oder anderen eigenen Gedanken festzuhalten, hat zu diesem Blog geführt.